Was kostet PKV vs. GKV wirklich? Ein ehrlicher Kostenvergleich
Viele Interessenten stehen vor der entscheidenden Frage: Ist die Private Krankenversicherung (PKV) langfristig wirklich günstiger – oder zahlt man am Ende mehr als in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)?
Die klare Antwort: Es kommt darauf an. Die Gesamtkosten hängen von mehreren Faktoren ab – Einkommen, Alter, Familienstand, gewünschten Leistungen und gesundheitlicher Situation. Diese Seite zeigt transparent, wie sich die Kosten tatsächlich zusammensetzen und welche Unterschiede Du langfristig kennen musst.
1. Grundlagen: Wie entstehen die Kosten in PKV und GKV?
GKV – einkommensabhängig
Der GKV-Beitrag bemisst sich am Bruttoeinkommen. Je mehr jemand verdient, desto höher der Beitrag.
Beitrag in der GKV setzt sich zusammen aus:
- allgemeiner Beitragssatz: 14,6 %
- Zusatzbeitrag der Krankenkasse: ca. 1,2–1,9 %
- Pflegeversicherung: 3,4 % (Kinderlose 4,0 %)
Maximal wird nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (2025: 62.100 €/Jahr) berechnet.
Beispiel:
- Single, 4.000 € brutto
→ ca. 780–850 € / Monat für GKV + Pflege
PKV – leistungsabhängig
Die PKV kalkuliert den Beitrag unabhängig vom Einkommen, sondern basierend auf:
- Eintrittsalter
- Gesundheitszustand
- gewünschten Leistungsbausteinen
Beispiel-PKV-Beiträge:
- 28-jähriger Angestellter → 350–520 €
- 45-jährige Selbständige → 520–780 €
- 35-jähriger Beamter → 170–260 €
2. Wer ist in der PKV wirklich günstiger – und wer nicht?
GKV ist meist günstiger für:
- Familien mit mehreren Kindern
→ Kinder sind in GKV kostenlos mitversichert - Menschen mit Vorerkrankungen, die in der PKV Zuschläge zahlen müssten
- Arbeitnehmer mit geringerem Einkommen
- Alle, die Wert auf eine einkommensabhängige soziale Absicherung legen
PKV ist meist günstiger für:
- Gutverdiener, die in der GKV den Höchstbeitrag zahlen würden
(z. B. ab ca. 62.100 € Jahresbrutto) - Beamte, weil sie Beihilfe erhalten
→ PKV kostet nur den Rest, meist < 300 € - Junge, gesunde Angestellte
- Kinderlose Singles
- Selbständige, die in der GKV den vollen (!) Beitrag ohne Arbeitgeber zahlen müssten
3. Der Blick auf 10–20 Jahre: Was kostet es langfristig wirklich?
Viele vergleichen nur die heutigen Monatsbeiträge.
Wichtig ist aber: Wie entwickeln sich die Kosten?
GKV – langfristige Kostenentwicklung
✔ Familienfreundlich (Kinder kostenlos)
✔ Sozialer Ausgleich (Beitrag richtet sich nach Einnahmen)
✘ bei Gehaltssteigerungen → automatisch höhere Beiträge
✘ Zusatzbeiträge steigen seit Jahren regelmäßig
✘ Selbständige zahlen vollen Höchstbeitrag, wenn Einkommen gut ist
PKV – langfristige Kostenentwicklung
✔ stabile Kalkulation durch Altersrückstellungen
✔ keine Abhängigkeit vom Einkommen
✔ Beitrag steigt vor allem durch medizinischen Fortschritt, nicht durch Gehaltssteigerungen
✘ im Alter ohne Optimierung deutlich teurer möglich
✘ Familienkosten höher aufgrund Einzelbeiträge
4. Der echte Kostenvergleich – Beispielrechnungen
Beispiel 1: Angestellter, 32 Jahre, 65.000 € Brutto
GKV:
- ca. 930–980 € monatlich
- Arbeitgeber zahlt ca. die Hälfte
Eigenanteil: ~480 €
PKV:
- 420–520 € monatlich
- Arbeitgeber beteiligt sich ebenfalls zur Hälfte
Eigenanteil: ~230–260 €
→ Ersparnis PKV: ~250 € / Monat
Beispiel 2: Familie mit 3 Kindern
GKV:
- Eltern zahlen jeweils abhängig vom Einkommen
- Kinder sind kostenfrei mitversichert
PKV:
- Eltern zahlen jeweils eigenen Beitrag
- Kinder kosten zusätzlich ca. 120–180 € pro Kind
→ GKV meist günstiger, wenn Kinder kostenlos mitversichert sein sollen.
Beispiel 3: Selbständige/r, 50 Jahre, hohes Einkommen
GKV:
- Höchstbeitrag: ca. 1.040–1.150 €
PKV:
- je nach Tarif: 600–900 €
→ PKV kann trotz Alter deutlich günstiger sein
5. Was kostet die PKV im Alter?
Ein wichtiger Teil der Wahrheit:
PKV kann im Alter steigen – aber GKV auch.
GKV im Alter:
- Beiträge richten sich nach Rente + weiteren Einnahmen (z. B. Vermietung)
- Zusatzbeiträge steigen regelmäßig
PKV im Alter:
- stabiler als ihr Ruf, wenn der Vertrag gut kalkuliert ist
- Altersrückstellungen wirken beitragsdämpfend
- Tarifoptimierung möglich
- Oft 15–30 % Zuschuss durch Pflege- und Entlastungstarife
Ein typischer Beitrag im Alter:
- Rund 350–550 € für langjährig Versicherte mit guten Tarifen
6. Wer fährt nun langfristig besser?
GKV lohnt sich besonders für:
- Familien mit mehreren Kindern
- Menschen mit schwankendem oder niedrigem Einkommen
- Personen mit gravierenden Vorerkrankungen
- Menschen, die Wert auf einkommensabhängige Absicherung legen
PKV lohnt sich besonders für:
- Angestellte mit gutem Einkommen
- Selbständige mit hohen Einnahmen
- Beamte
- Singles & Paare ohne Kinder
- Alle, die Top-Leistungen möchten (Chefarzt, Einzelzimmer, bessere Zahnleistungen)
7. Fazit: Was kostet PKV vs. GKV wirklich?
Es gibt keine pauschale Antwort – aber eine klare Regel:
👉 Die GKV ist sozial – die PKV ist leistungsorientiert und individuell.
👉 PKV ist nicht automatisch teurer – häufig sogar günstiger.
👉 Entscheidend ist die persönliche Situation.
Wer die langfristigen Kosten realistisch einschätzt und einen soliden PKV-Tarif wählt, kann sowohl heute als auch im Alter profitieren.

