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Aktuelles

PKV-Branchenzahlen 2025: leichtes Wachstum, stark steigende Kosten

Die private Krankenversicherung ist 2025 leicht gewachsen: Nach den Zahlen des PKV-Verbands vom 4. Februar 2026 waren 8,79 Millionen Menschen privat vollversichert (+0,5 %), dazu kamen 31,98 Millionen Zusatzversicherungen (+2,2 %). Zugleich stiegen die Versicherungsleistungen um 7,1 % auf 42,1 Mrd. € – ein wesentlicher Grund für die Beitragsanpassungen 2026 und 2027.

Zeitungsseite mit Zahlen und Grafiken

Fachlich verantwortlich Mark Zimmermann, PKV-Experte seit 1993, Versicherungsmakler

Stand: · 4 Minuten Lesezeit

Die PKV im Jahr 2025

  • 8,79Mio.

    Vollversicherte (+0,5 %)

  • 31,98Mio.

    Zusatzversicherungen (+2,2 %)

  • 355,4Mrd. €

    Alterungsrückstellungen (+3,8 %)

  • 42,1Mrd. €

    Versicherungsleistungen (+7,1 %)

Kennzahlen der PKV 2025 im Überblick

Kennzahl2025Veränderung zum Vorjahr
Voll­versicherte8,79 Mio.+0,5 %
Zusatz­versicherungen31,98 Mio.+2,2 %
Versicherungen insgesamt40,8 Mio.–
Alterungsrückstellungen355,4 Mrd. €+3,8 %
Beitrags­einnahmen Kranken- und Pflege­versicherung54,4 Mrd. €+7,3 %
davon Kranken­versicherung48,21 Mrd. €+8,2 %
davon Pflege­pflicht­versicherung6,3 Mrd. €+0,9 %
Versicherungs­leistungen gesamt42,1 Mrd. €+7,1 %
davon Kranken­versicherung39,0 Mrd. €+6,9 %
davon Pflege­versicherung3,0 Mrd. €+10,5 %

Quelle: PKV-Verband, Pressemitteilung vom 04.02.2026 (Werte wie veröffentlicht, gerundet). Stand Oktober 2026.

Wie sind die Zahlen einzuordnen?

Die Zahlen zeigen zweierlei: Die Rückstellungen für das Alter wachsen weiter, zugleich steht die Branche unter erheblichem Kostendruck. Für Versicherte und Wechselwillige sind vier Punkte wichtig.

Voll­versicherung: stabil, aber kaum Wachstum

Ein Plus von 0,5 % bei den Vollversicherten zeigt: Die PKV hält ihren Bestand, gewinnt aber wenig hinzu. Ein Grund ist die hohe Hürde für Angestellte – sie können erst ab einem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze wechseln. Diese steigt 2027 durch eine Sonderanhebung auf 84.150 € (Meldung zur Versicherungspflichtgrenze 2027). Für Selbstständige und Beamte gilt diese Grenze nicht; Beamte versichern wegen der Beihilfe ohnehin nur einen Teil ihrer Kosten privat.

Zusatz­versicherungen: gesetzlich Versicherte sichern sich ab

Zusatzversicherungen wachsen deutlich schneller. Sie werden vor allem von gesetzlich Versicherten abgeschlossen, etwa für Zahnersatz, Krankenhausleistungen oder Pflege. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz sinkt der Festzuschuss der Kassen zum Zahnersatz – der Bedarf an Zusatzschutz dürfte daher eher steigen.

Alterungsrückstellungen: das Polster für später

Die 355,4 Mrd. € sind kein Gewinn der Versicherer, sondern angesparte Beitragsteile der Versicherten. Sie werden verzinst und dämpfen die Beiträge im Alter (§ 146 VAG). Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Alterungsrückstellungen; was das für Rentner bedeutet, lesen Sie unter PKV im Alter.

Leistungen: der Kostendruck kommt bei den Versicherten an

Die Versicherungsleistungen stiegen um 7,1 %, in der Pflegeversicherung sogar um 10,5 %. Nach Angaben des Verbands waren 2025 vor allem Krankenhausleistungen (fast +7,5 %) und Arzneimittel (rund +8 %) Kostentreiber. Weil Beiträge erst angepasst werden dürfen, wenn die Ausgaben eines Tarifs deutlich von der Kalkulation abweichen, kommt dieser Anstieg zeitversetzt an: 2026 waren rund 60 % der Vollversicherten von Beitragsanpassungen betroffen, für 2027 rechnet der Verband mit rund 53 % der Privatversicherten (PKV-Beitragsanpassungen 2027).

Häufige Fragen zu den PKV-Zahlen

Wie viele Menschen sind in Deutschland privat kranken­versichert?

Ende 2025 waren nach Angaben des PKV-Verbands 8,79 Millionen Menschen privat vollversichert, 0,5 % mehr als im Vorjahr. Hinzu kommen 31,98 Millionen private Zusatzversicherungen, die überwiegend gesetzlich Versicherte abgeschlossen haben. Zusammen sind das rund 40,8 Millionen Versicherungen. Wer nicht privat vollversichert ist, ist in aller Regel gesetzlich versichert oder über ein Sondersystem wie die Heilfürsorge abgesichert.

Warum steigen die PKV-Beiträge trotz hoher Alterungsrückstellungen?

Alterungsrückstellungen gleichen aus, dass Menschen mit dem Alter mehr Leistungen brauchen. Sie fangen aber nicht auf, dass Behandlungen allgemein teurer werden oder häufiger in Anspruch genommen werden. Steigen die Leistungsausgaben eines Tarifs deutlich über die Kalkulation, muss der Versicherer den Beitrag anpassen (§ 203 VVG). Ab 65 setzt er Mittel aus dem gesetzlichen Beitragszuschlag und aus Zinsüberschüssen ein, um solche Erhöhungen abzumildern.

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